Menu

Fassadensanierung

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist ein System zum Dämmen von Gebäudeaußenwänden, welches seit Mitte der 1960er Jahre verstärkt in Deutschland eingesetzt wird. Während man zu Beginn der Entwicklung noch mit Dämmstoffstärken von 2 bis 5 cm operierte, sind heutzutage Dämmdicken von 16 cm und mehr üblich.

Die Montage eines Wärmedämmverbundsystems wird in der Regel wie nachfolgend beschrieben aufgebaut:

 

  • Untergrundvorbereitung
  • Schienensysteme montieren  
  • Wärmedämmung aufkleben bzw. festdübeln
  • Armierungslage einbetten
  • Putz auftragen und abreiben

 

 

1. Untergrundvorbereitung

 

Beton, Ziegel, Kalksandstein, oder mit Mörtel verputzte Fassaden sind im Prinzip für den Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems geeignet. Vor Beginn der Montage ist allerdings zunächst zu prüfen, ob der Untergrund für eine Verklebung von Dämmplatten ausreichend tragfähig ist. Beschichtete, sandende oder zu weiche Untergründe sind grundsätzlich nicht in der Lage eine Aufklebung langfristig zu halten. In derartigen Fällen müssen die Beschichtungen vor dem Aufkleben der Dämmplatten entfernt oder verfestigend grundiert werden. Sandende oder lose Oberflächen müssen vor der Montage entfernt werden. Häufig ist es zusätzlich erforderlich die Klebung durch eine wärmebrückenfreie Verdübelung zu verstärken

  

 

 

2. Schienensysteme montieren

 

Grundsätzlich muss ein WDVS an den Rädern durch ein Profilsystem gegen Beschädigungen und Umwelteinflüsse geschützt werden. Hierfür werden verzinkte U-Profile eingesetzt. Im Falle stark unebener Untergründe kommen Schienensysteme zum Einsatz, die über die gesamte Fläche montiert werden, Unebenheit auszugleichen und die Platten sicher zu fixieren.

 

 

  

3. Wärmedämmung aufkleben bzw. festdübeln

 

Für den Einsatz im WDVS müssen Dämmplatten im Außenbereich hohen Ansprüchen gerecht werden. Brandsicherheit und Wasseraufnahme spielen hierbei eine wesentliche Rolle. WDVS-geeignete Dämmplatten werden vom Material her in drei Hauptgruppen untergliedert:

·         Anorganische Stoffe, wie z.B. Mineralwolle, Mineralschaum, Gipsschaum oder Calciumsilikate

=> Höhere Dampfdiffusion, bessere Brandsicherheit, aber höhere Baukosten

 

·         Organische Stoffe, wie z.B. Polyurethan-Hartschaum (PUR), expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS), oder extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS).

=> Geringere Baukosten aber schlechtere Dampfdiffusion, kein Brandschutz

 

·         Natürliche Stoffe, wie z.B. Holzfaser, Kork oder Hanf

=> Wegen Imprägnierungen ökologisch bedenklich, geringere Wärmedämmeigenschaften, höhere Baukostenkosten

 

Verarbeitung:

Bei ebenen Oberflächen kleben wir die Dämmplatten vollflächig auf die Fassade. Um kleinere Unebenheiten auszugleichen kommen beim Aufziehen des Klebemörtels Zahnspachtel zum Einsatz. Sind die Unebenheiten größer als ca. 12 mm wird zusätzlicher Kleber mit der sogenannten „Wulst-Punkt-Methode“ aufgebracht. Hierbei werden die Plattenränder mit Wülsten aus Klebemörtel belegt. Zusätzlich kommen je nach Plattengröße Klebepunkte in die Plattenmitte. Wichtig ist, dass mindestens 40% der Plattenfläche an der Wand haftet. Unter bestimmten baulichen Gegebenheiten, entsprechend der Herstellerrichtlinie bzw. der „Bauaufsichtlichen Zulassung“, setzen wir zusätzlich zur Verklebung wärmebrückenfreie Dübelsysteme ein. Die Dübel sollen z.B. bei extremen Wetterlagen (Windsog) verhindern, dass sich Dämmplatten an der Fassade verschieben können.

 

 

  

4. Armierungslage einbetten

 

Die Dämmschicht wird vor dem Auftragen des Putzes mit einem Armierungsmörtel aus kunststoffvergütetem Mörtel, in dem ein Glasgewebe eingelegt wird, übererarbeitet. Die Schichtdicke der Armierungsebene beträgt etwa 6 mm das Armierungsgewebe wird im oberen Drittel eingebettet. Die Armierungsschicht ist erforderlich, um einer Rissbildung infolge thermischer Spannungen vorzubeugen. Im Anschlussbereich zu den Fenstern, in den Leibungen und Gebäudeecken werden für die Kantenverstärkung Gewebeeckwinkel eingearbeitet. 

 

  

 

5. Putz auftragen und abreiben

 

WDVS-geeignete Putze werden in zwei Materialgruppen untergliedert:

Organische Putze, z.B. Silikonharzputz, Silikatputz, Kunstharzputz:

Vorteile:

·         Höhere Wasserdichtigkeit als bei anorganischen Putzen

·         Schmutzabweisende Eigenschaften

·         Langlebigkeit, längere Farbbeständigkeit als bei anorganischen Putzen

 

Nachteile:

·         Höhere Kosten

 

Anorganische/mineralische Putze, wie z.B. Kalkzementputz oder Kalkzementleichtputz

Vorteile:

·         Durch die höhere Dichte und die damit verbundene bessere Wärmespeicherfähigkeit verlangsamt sich nachts die Abkühlung und damit auch der Kondenswasseranfall auf der Oberfläche (=> vermindertes Algenwachstum).

·         Geringere Feuchtigkeitsaufnahme und schnellere Feuchtigkeitsabgabe, als bei organischen Putzen

Nachteile:

·         Durch die Karbonatisierung verschmutzen organische Putze schneller als Anorganische.